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Was einen Investor von einem Trader unterscheidet

26.05.2018 129 5 0

Werfen wir einen Blick auf die Namensgeber dieser Kategorie. Vermutlich hast Du beide Begriffe schon einmal gehört, doch was bedeuten sie und wo liegen die Unterschiede? Meint es nicht den gleichen Personenkreis und kann somit synonym verwendet werden? Mitnichten!

Bevor Du weiterliest, denk einmal kurz darüber nach, was Du dir bislang unter einem Investor und was unter einem Trader vorstellst. Wie würdest Du sie definieren?

Kapital als Mittel zum Zweck

Beide Personengruppen sind Marktteilnehmer, die in irgendeiner Art und Weise an den Finanz- und Kapitalmärkten agieren. Sie nutzen den Produktionsfaktor Kapital um Rendite zu erwirtschaften. Ob sie dabei Wertpapiere handeln, Immobilien kaufen oder Wagniskapital an Start-Ups geben ist erst einmal irrelevant. Es sind Investitionen. Ausgaben, deren Zweck ist, Ertrag zu generieren. Flapsig formuliert: Geld, das eingesetzt wird, um mehr Geld (oder vergleichbare Mehrnutzen) zu schaffen. Der Investition gegenüber steht der Konsum.

Investor: tendenziell passiver, langfristig orientierter Anleger

Obgleich Investoren, wie eben erwähnt, in alle möglichen materielle oder immaterielle Anlagen investieren können, wird der Terminus meistens in Bezug auf Wertpapieranleger genutzt. Den Investor kennzeichnet ein tendenziell langfristiger Anlagehorizont und eine gewisse Passivität bezogen auf die Frequenz seiner Wertpapiertransaktionen.

Nicht selten kauft ein solcher Anleger bestimmte Aktien, Fonds oder andere Wertpapiere und hält diese dann über Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte. Das investierte Kapital wird meist als Altersvorsorge oder Sparguthaben für ein großes Projekt in einigen Jahren angesehen. Relativ konstante, einigermaßen planbare Rendite über Zeit ist das Ziel. Dem ursprünglichen Kauf wird oftmals weiteres Kapital zugeführt, indem erwirtschaftete Zinsen oder Dividenden direkt reinvestiert werden. Eine passive Anlagestrategie dieser Art nennt man „buy and hold“-Strategie (eng. „kaufen und halten“).

Die kurzfristigen Schwankungen der Finanzmärkte interessieren den Investor (zumindest in der Theorie) wenig, weil er davon ausgeht, dass langfristig, „unterm Strich“, Ertrag vorhanden sein wird und Schwankungen nun mal dazu gehören.

Die Vergangenheit gibt dem Gedankengang Recht. Den DAX (Abkürzung für Deutscher Aktienindex) in seiner jetzigen Form gibt es erst seit dem 01. Juli 1988, setzt jedoch den bis dahin veröffentlichten Index der Börsen-Zeitung fort, dessen Historie bis 1959 zurückreicht. Von 1959 bis heute, dem 25.05.2018 hat der deutsche Leitindex satte 3451,1% zugelegt. Kann sich sehen lassen, oder?

Aktivere Investoren verfolgen das Geschehen regelmäßig, akzeptieren aber weiterhin Schwankungen als notwendiges Übel und sitzen sie aus. Für sie sind vor allem Fundamentaldaten der Unternehmen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Cash Flow oder Eigenkapitalrendite relevant. Ebenso wichtig sind makroökonomische Entwicklungen, wie z.B. die Leitzinsentwicklung, die volkswirtschaftliche Situation der Länder oder Regionen, in denen sie investiert sind und dergleichen mehr. Sie wollen die Unternehmen und deren Kontext verstehen.

Trader haben den sprichwörtlichen Finger am Abzug

Stellt der passive, über Jahrzehnte hinweg anlegende Investor ein Extrem dar, so ist der Trader sein Gegensatz. Trader (eng. Händler) tun, was ihr Name impliziert: Sie handeln. Es geht ihnen oftmals nicht darum, Anteilseigner an einem Unternehmen zu sein oder gar die Hauptversammlung zu besuchen. Kurzfristige Kursschwankungen und die damit verbundenen Chancen stehen im Vordergrund.

Was genau „kurzfristig“ ist, wird natürlich von der subjektiven Wahrnehmung bestimmt. Grob zusammengefasst ist ein Zeitraum von einigen Tagen bis wenigen Wochen gemeint. Eine Unterkategorie des kurzfristigen Handels ist das sogenannte „Intraday-Trading“ – Transaktionen, die innerhalb eines Börsentages abgeschlossen werden. Kaufe ich um 09:20 Uhr VW-Aktien und verkaufe sie um 15:40 Uhr wieder, wäre dies ein Intraday-Trade. Noch extremer wird’s im Scalp-Trading. Die Trader nutzen hier zumeist spezielle Instrumente wie CFDs um kleinste Schwankungen im Kurs auszunutzen. In der Regel werden die Positionen nur einige Sekunden bis wenige Minuten aufrecht gehalten.

Obwohl viele Trader sich zumindest grundlegend mit Unternehmensnachrichten und anderen Wirtschaftsnachrichten beschäftigen, liegt ihr Fokus zumeist auf der Chart-Analyse. Die Kurse werden beobachtet, analysiert und mit Hilfe von verschiedenen Indikatoren und Erfahrungswerte wird versucht, die Kursentwicklung der nächsten Minuten vorherzusagen. Dem Trader ist es dabei für gewöhnlich egal, ob die Kurse steigen oder fallen – für beide Szenarien gibt es passende Anlageinstrumente.

Finde heraus, was zu dir passt!

Diese kompakte Gegenüberstellung macht sicherlich schon deutlich, wie unterschiedlich Anleger am Finanzmarkt agieren. Selbstverständlich sind die eben erläuterten Fälle stereotypische Beispiele, die den Kontrast verdeutlichen sollen. Denn so stark sich Investoren und Trader auf dem Papier auch unterscheiden – die Grenzen sind fließend und in der Realität ist eine so klare Trennung nicht immer möglich. Ich selbst handle sowohl kurzfristig und intraday als auch mittelfristig und halte Aktien einiger Unternehmen, von denen ich besonders überzeugt bin auch langfristig. Bin ich nun Trader oder Investor? Ich sehe mich als beides und versuche das Beste aus beiden Welten zu kombinieren während ich die Risiken minimiere. Eine Einstellung, die ich über die Jahre selbst entwickelte, die jedoch nochmals verstärkt und bestätigt wurde, als ich den „Professional Trading Masterclass“-Kurs des Institute of Trading and Portfolio Management absolvierte.

Für beide Anlagestile gibt es gute Gründe, Vor- und Nachteil. Essentiell zu verstehen ist, dass es keinen einzigen, ultimativ richtigen Weg gibt, der besser ist als alle anderen. An den Finanzmärkten zu agieren hat auch viel mit Emotionen und der eigenen Persönlichkeit zu tun. Es ist ein Drahtseilakt zwischen dem Suchen nach objektiven Fakten und dem Einbezug des eigenen „Bauchgefühls“. Selbstwahrnehmung ist das A und O. Im Sekundentakt zu handeln und sich blinkende Kurse anzusehen ist nicht für jeden etwas – Kursstürze wie in der Finanzkrise 2008 einfach auszusitzen, weil es über die nächsten Jahre schon wieder besser werden wird allerdings auch nicht. Jeder Mensch ist individuell. Wir weisen Ähnlichkeiten auf, gleichen uns jedoch nicht gänzlich. Demnach muss jeder für sich selbst herausfinden, welcher Anlagestil zu ihm passt. Am Ende des Tages ist dafür viel Geduld und die Bereitschaft Dinge auszuprobieren erforderlich.

Diese Kategorie soll dir helfen, deinen Weg zu finden, indem Fakten erklärt, „best practices“ beschrieben und praktische Tipps & Tricks gegeben werden. Wertpapiere mögen dir heute noch an böhmische Dörfer erinnern, lass dich davon nicht abschrecken. Du liest diesen Blog schließlich um das zu ändern oder? Der Handel an den Finanzmärkten gleicht einem Handwerk. Einmal erlernt, kannst Du deine Fähigkeiten ein ganzes Leben lang nutzen.

 

Tags: Anleger, Händler, investing, Kapitalmarkt, Strategie, trading, Wertpapiere Categories: Investing & Trading
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