5 Schritte zum effektiven Sparen – Das 50/30/20 Prinzip

04.06.2018 392 0 0

Am Ende des Geldes ist immer zu viel Monat übrig? Du nimmst dir immer wieder vor weniger auszugeben aber ehe Du dich versiehst ist dein Konto schon wieder leer? Keine Sorge, wir alle kennen das. Und es gibt Lösungen.

Die einfachste Methode Geld zu sparen ist sich ein Budget, einen Haushaltsplan anzulegen. Klickt erst mal ziemlich „unsexy“, ist aber immerhin schon lange nicht mehr so zeitaufwändig und langweilig wie früher. Mittlerweile gibt es viele erprobte Richtlinien und viele Tools und Apps, wie z.B. mint.com, die beim Budgetieren helfen.

Eine sehr bekannte Strategie ist dabei das 50/30/20 Prinzip, welches auf Harvard-Expertin Elizabeth Warren zurückgeht, die vom Time magazine als eine der 100 einflussreichsten Personen der Welt gelistet wurde. Und so funktioniert’s:

Schritt 1: Berechne dein Nettoeinkommen und verschaffe dir einen Überblick

Dein Nettoeinkommen ist das Einkommen, welches nach Abzug von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Soli noch übrig bleibt. Wenn Du klassischer Arbeitnehmer bist lässt sich das Nettoeinkommen ganz einfach auf deinem Gehaltsnachweis ablesen – oder an der Summe, die Du monatlich von deinem Arbeitgeber überwiesen bekommst. Für Freiberufler und Selbstständige ist ein wenig mehr Rechnerei erforderlich, aber auch das ist kein Hexenwerk.

Nun kennst Du deine Grundlage und diese gilt es zu optimieren.

Schritt 2: 50% für deine Grundbedürfnisse

Sieh nach wie viel Du monatlich für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, dein Auto und Nebenkosten wie Strom und Telekommunikation bezahlst. Geht es nach Elizabeth Warren sollten diese Ausgaben 50% deines verfügbaren Nettoeinkommens nicht übersteigen.

Wichtig ist in diesem Schritt genau zwischen Grundbedürfnissen und Wünschen zu unterscheiden. Als Faustregel kannst du alles als Grundbedürfnis ansehen, was dein Leben signifikant einschränken würde. Fehlende Elektrizität ist ein offensichtliches Beispiel. Ohne Licht und ohne funktionierenden Kühlschrank und Herd wäre dein Leben definitiv eingeschränkt. Kabelfernsehen oder ein Sky-Abo ist hingegen nur ein Wunsch. Es würde dich vielleicht auch etwas einschränken, Du kannst aber darauf verzichten, ohne dass es ein zu großer Einschnitt in dein Leben wäre.

Schritt 3: 30% für deine Wünsche

Das hört sich erst einmal toll an, oder? 30% des Monatseinkommens für Wünsche? Hallo neue Handtasche, hallo neue PlayStation!

Zu früh gefreut: Wie haben gerade definiert was Wünsche und was Grundbedürfnisse sind. Mit Wünschen sind die absoluten Basics deine Lebensqualität gemeint. Das Netflix-Abo, der Kino-Abend mit der Freundin, das auswärts essen gehen.  Dein nächster Urlaub ist ein Wunsch ebenso wie in den meisten Fällen neue Klamotten. Eine Ausnahme wäre Arbeitskleidung, die Du selbst ersetzen musst oder eine neue Winterjacke, weil deine einzige Winterjacke gerade aufgerissen ist.

Ein Budgetanteil von 30% ist also schnell weg. Die gute Nachricht ist: Man gewöhnt sich schneller daran, als Du denkst.

Schritt 4: Spare 20% und zahle deine Schulden zurück

Solltest Du Kredite haben, egal ob es ein Ratenkredit, ein Autokredit oder auch nur ein Dispokredit ist: Zahle sie so schnell Du kannst zurück. Der erste Schritt zum eigenen Vermögen ist logischerweise keine Schulden zu haben. Kreditzinsen sind teuer und unnötig. Außerdem gewöhnst Du dir durch Kredite nur an über deinen Verhältnissen zu leben. Kein erfolgreicher Mensch folgt diesem Prinzip. Vergiss nicht:

 

Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt. -Henry Ford

Sobald Du Schulden getilgt hast, lege ein Notpolster an. Am besten nutzt Du dafür Sichteinlagen, also ein Konto, dass Liquidität bietet, sodass Du jederzeit an dein Geld heran kommst. Das kann ein zweites Girokonto sein, sinnvoller ist jedoch ein Tagesgeld-Konto oder Sparbuch, weil Du auf diesen Konten je nach Anbieter zumindest noch ein wenig Zinsen bekommst. Dieses Notpolster solltest Du solange füllen, bis es zwei oder drei Nettomonatsgehälter umfasst. Ereilen dich unerwartete Ausgaben wie eine Autoreparatur, kannst Du jenes Geld verwenden, ohne dein Lebensstil für den Rest des Monats ändern zu müssen. So eine Gewissheit lässt einen auch ruhiger schlafen.

Wenn auch der Punkt erledigt ist, nutzt Du die monatlich 20% deines Einkommens um tatsächlich anzulegen. Wo Du dein Geld anlegst ist dir überlassen und hängt stark von deinen Präferenzen sowie Risikoneigungen ab, weswegen eine pauschale Antwort nicht möglich ist. Grundsätzlich solltest Du lediglich darauf achten, dein Geld etwas aufzuteilen und nicht alles auf eine Karte zu setzen. Schließlich willst du ja Vermögen aufbauen und nicht ins Casino gehen, oder? 😉

Schritt 5: Kontrolliere dich selbst

Nutze eine App oder ein Tool, schreib es handschriftlich auf oder kontrolliere deine Kontoauszüge – was immer für dich am besten funktioniert. Die ersten zwei, drei Monate wird es dir möglicherweise schwer fallen. Wenn Du dich jedoch erst dran gewöhnt hast, hast Du eine Gewohnheit etabliert, die dir in allen Situationen helfen wird.

Der Budgetplan in Aktion – Ein Beispiel

Nehmen wir an Du verdienst netto 2.000€ pro Monat. Durch das 50/30/20-Prinzip ergibt sich, dass Du 1.000€ für Miete, Lebensmittel und ähnliche Dinge aufwenden solltest. Dein Budget für Wünsche liegt bei 600€, womit dir 400€ zum Sparen bleiben.

Die Miete ist der unflexibelste Kostenblock. Lediglich ein Umzug könnte die Kosten senken und auch das nur, wenn Du ein Schnäppchen schlägst, in eine kleinere Wohnung ziehst oder in ein Gebiet, das grundlegend günstiger ist. Spätestens mit Familie ist das keine leichte Veränderung mehr und eine, die Du nicht alleine treffen kannst. Solltest Du dennoch Möglichkeiten finden, an deinen Kosten für ein Dach über dem Kopf etwas zu ändern, dann nur zu!

Lebensmittel sind ein komplexes Thema, das nicht nur mit Kosten sondern auch mit innerer Einstellung und Gesundheit zu tun hat. Du kannst dich von 2€ täglich ernähren, indem Du Brot und Instant-Nudeln isst. Dass solche Ernährungsgewohnheiten auf Dauer ungesund sind, erklärt sich von selbst. Du könntest aber vielleicht auf Sprite und Fanta verzichten. Mineralwasser mit ein paar frischen Limettenscheiben tut es auch und ist gesünder.

Nehmen wir also an, Du kommst mit den 50% nicht ganz hin, deine Grundbedürnisse treiben deine Kosten bereits auf 1.200€, also 60%, hoch. Meine Empfehlung ist in diesem Fall zu versuchen die Wünsche von 30 auf 20% zu reduzieren, sodass Du das Sparbudget ebenfalls auf 20% halten kannst. Wenn dir das zu viel ist, versuche wenigstens 25/15 zu erreichen.

Wie auch immer: Erzähl mir bitte nicht, dass Du nicht sparen kannst. Auch als Azubi kannst Du 50 Euro pro Monat sparen. Geh einen Abend weniger feiern und schon hast Du das Budget drin. 😉

Fazit: Die 50/30/20-Strategie ist eine gute Grundlage zur Budgetplanung und sollte dir helfen einen Überblick zu bekommen und über Zeit Vermögen aufzubauen. Natürlich sind die Grenzen fließend und nicht jeder wird genau diese Grenzen erfüllen können. Aber selbst 15% pro Monat sind mehr als 0 und werden sich über Zeit aufsummieren. Essentiell ist,  dass Du eisern dabei bleibst, dein Vermögen so diversifizierst, dass Du auch etwas Rendite raus bekommst (gleiche zumindest die Inflation aus, sonst verlierst Du Kaufkraft obwohl dein Kontostand gleich bleibt oder anwächst) und dich in Geduld übst. Vermögen bildet sich nicht über Nacht, aber es ist mit solch einem Budgetplan ohne weiteres erreichbar!

 

Tags: 50/30/20, Budget, Haushalt, Haushaltsplan, Mint, Sparen, Strategie, Tipps Categories: Grundlagen
share TWEET PIN IT SHARE share share
Related Posts
Sag mir deine Meinung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.